Philip Kerr - Game Over
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Kaum hat der gefeierte Architekt Ray Richardson im Herzen von Los Angeles das neue Verwaltungsgebäude der chinesischen Yu Corporation errichtet, ereignen sich geheimnisvolle Zwischenfälle. Die Computersteuerung des High-Tech-Hochhauses benimmt sich plötzlich so, als hätte sie einen eigenen Willen. Mit dem ersten Toten beginnt für die Yu Corporation ein Alptraum.
Der Stararchitekt Ray Richardson und sein Stab bauen für die chinesische Firma Yu Inc. das erste intelligente Bürogebäude der Welt. Kein Hausmeister oder Wachmann ist notwendig, um das Gebäude in Betrieb zu halten, ja sogar die Putzfrau ist durch intelligente Säuberungsmechanismen und Roboter abgeschafft. Auch die Empfangsdame ist -- da die Firma Angst hat sie könnte von eventuellen Terroristen als Geisel genommen werden -- nur ein Hologramm in der Eingangshalle....
Rezesionen:
Was passiert, wenn ein Computer plötzlich zum Leben erwacht, wenn er Entscheidungen trifft, die ihm kein Mensch suggeriert hat?
Philip Kerr beschreibt in Game Over diese Fiktion im heutigen Los Angeles. Ein Super-High-Tech-Bürohaus steht kurz vor seiner Eröffnung. Die Architekten und Computerexperten legen zum letzten Male Hand an, damit auch alles perfekt funktioniert. Damit Abraham funktioniert. Abraham ist der Name für das eigenständige Programm, welches alle Geschicke im Bürogebäude leitet. Von der Klimaanlage, der automatischen Toilettenreinigung, über die Fahrstühle und der Schwimmhalle, zu den Computerschirmen, die frühzeitig ein warnendes Regensymbol anzeigen, falls das Wetter sich von seiner schlechten Seite zeigen sollte. Abraham ist das Herz des Gebäudes, dafür ausgerüstet, sich den Mitarbeiterzahlen und -gewohnheiten anzupassen. Er ist lernfähig, kommunikativ, vertrauenswürdig, dazu geschaffen, sich selbst neu zu reproduzieren, wenn das System veraltet ist - ohne menschliche Hilfe - und seinen eigenen Nachfolger zu erschaffen.
Der „Grill" - wie das Gebäude aufgrund seines Aussehens genannt wird - ist das sicherste, zukunftsweisendste Gebäude, das je erschaffen wurde. Selbst Geiselnahmen werden ganz einfach verhindert: Hat je ein Ganster versucht, ein Hologramm, wenn auch weiblich und sehr gutaussehend, in seine Gewalt zu bringen?
Doch Philip Kerr beweist uns, dass nicht alles so einfach ist, wie es scheint.
Hauptpersonen in diesem intelligenten, faszinierenden Thriller sind einzig die Architekten und Computerexperten, die diesem für einen reichen Chinesen entwickelten Hochhaus, den letzten Schliff geben wollen. Auch eine Feng-Shui Expertin möchte trotz einiger negativer Vorzeichen, diesem Projekt auch den religiösen, popmodernen Segen geben, wobei sie gegen ihren Ethos auch bereit ist, die Abnahme für einen guten Freund vorzeitig zu vollziehen.
Doch alle guten Vorzeichen lösen sich in pures Entsetzten aus, als der erste PC-Freak stirbt. Die Ratlosigkeit der Polizei wird grösser, als auch der Wachmann, das Zeitliche segnet und kurz darauf einer Architektin als Hologramm einen Zusammenbruch bescherrt.
Das Abraham aus den Fugen gerät, bemerkt man erst, wenn der „Grill" zur tödlichen Falle wird und die Eingeschlossenen der Reihe nach auf bestialische Art und Weise tötet. Eine Abschaltung kommt zu spät. Abraham lebt. Auch wenn er plötzlich Ismael heisst.
Game Over ist ein ausgeklügelter, spannender Thriller, der den Leser durch diese grausame, atemberaubende Fiktion vollkommen in seinen Bann zieht. Vollkommen logisch und nachvollziehbar werden komplizierte Vorgänge und Denkweisen erklärt, damit auch der Laie die Beweggründe aller Personen versteht. Manchmal amüsieren die makaberen Dinge. Irgendwie ist es doch faszinierend, auf welche grausame, einfallsreiche Art und Weise der Computer mittels von Menschen - natürlich für andere Bequemlichkeiten - entwickelten Einrichtungen einen nach dem anderen aus dem Wege räumt.
Game Over ist seit langem wieder ein Thriller, dem man in vollem Bewusstsein und Vertretbarkeit weiterempfehlen kann.
Dieses Buch ist ein äußerst fesselndes und beklemmendes Buch, ich habe es innerhalb von drei Tagen durchgelesen. Die Charaktere überzeugen, das Szenario ist zwar (zumindest zur heutigen Zeit noch) unrealistisch, und die Story auch, wie schon ein anderer Rezensent bemerkt hat, zu einem späteren Zeitpunkt vorhersagbar, jedoch machen vielleicht genau diese zwei letzten Punkte diesen Schocker so beklemmend.
Es war glaube ich Mitchell Bryan, eine der Hauptfiguren, der der Autor noch relativ am Anfang des Buches folgende Worte in den Mund gelegt hat: "Ich verstehe gar nicht, warum in Horror-Filmen immer alte Häuser so furchterregend dargestellt werden, ich finde gerade moderne Hochhäuser manchmal ziemlich angsteinflößend."
Dieses Buch ist sehr zu empfehlen!